3.9.03

Eugen David mit Zahnbürste, das Tatoo von Miss Deiss 

Der eidgenössische Wahlkampf 2003 wird von der Generation Golf in den Parteizentralen betrieben. Das Groteske ist: gestandene Politiker lassen sich von Grünschnäbeln dirigieren, die kaum als Stimmenzähler auf einer Ortssektion begonnen haben, die nicht in einem politischen Milieu verwurzelt sind und nicht in langen Wahlnächten um die Wiederwahl eines verdienten Gemeinderates gebangt haben. Vielmehr vor den Redeschlachten Filippos Arena gross geworden standen sie nach Abschluss ihres Studiums im richtigen Moment im richtigen Gang. Sie wurden in der Jugendlichkeitseuphorie gecastet und dürfen nun ihr Marketingwissen an einer Partei als erster "Übungsfirma" ausprobieren. Der Erfolg: Eugen David, der bestimmt in einem innerschweizer Gymnasium zur gymnasialen Reife gebrütet wurde, natürlich dem StV angehört, eine präsentable Militärlaufbahn vorweisen kann, sich durch Kommissionen gearbeitet und in der Arena präsentiert hat, schliesslich der als Marketingprodukt senkrecht katapultierten Ruth Metzler weichen musste, tingelt nun mit orangen Zahnbürsten im Kielwasser eines Lasters durch die Schweiz. Ausgesonnen hat dies alles Reto Nause, ein Reformierter aus dem Aargau, der seine Karriere mit einem schlüpfrigen Duschvergnügen mit der kaum arenatauglichen Doris Leuthard begann. Ob so die Partei, welche das christlich-abendländische Wertsystem repräsentieren will, längerfristig überleben kann bleibt fraglich.